Kloot 100:100

 
Auswärtssieg! Ostfriesen gewinnen mit 461,90 Metern Ländervergleich im Klootschießen

Souveräner Erfolg im Länderkampf gegen Oldenburg

 

 

Bestens vorbereitet zeigte sich das großzügige Sportgelände in Westerholtsfelde am letzten Sonnabend als Austragungsort der Einzelmeisterschaften im Flüchten des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV) und dem damit verbundenen Ländervergleich der Friesensportler zwischen Oldenburg und Ostfriesland. Auf sechs Bahnen wurden die besten Akteure in 17 verschiedenen Altersklassen ermittelt und die jeweilige Mannschaftswertung aufgrund der Einzelleistungen festgestellt. Dabei gab es trotz leichten Gegenwindes hervorragenden Sport zu sehen.

Höhepunkt des Tages waren gegen Ende des Wettkampftages die fast zeitgleich endenden Konkurrenzen der Hauptwerfer und den beiden A-Jugend Klassen, als es für die Ostfriesen binnen 10 Minuten gleich drei mal Gold durch  Spitzenleistungen von Ann-Christin Peters, Henning Eden und Frank Goldenstein zu bejubeln gab.

In der weiblichen Länderkampfwertung ging der Sieg eindeutig mit 320,20 Meter Vorsprung an die Ostfriesinnen, und auch ihre  Landsmänner dominierten mit einem Vorsprung von 141,70 Meter, so dass sich der Landesverband Ostfriesland mit einem Gesamtergebnis von 461,90 Meter  über den höchsten Auswärtssieg seit 1992 freuen konnte.

Auch die Mannschaftswertungen gingen mit 13:4 eindeutig an die Gäste. Lediglich bei den Jungen der Klassen B, C, D und E  hatten die Oldenburger die stärkeren Teams am Start.  Die Medaillenwertung mit 11 x Gold, 10 x Silber und 10 x Bronze zu 6/7/7  fiel unerwartet deutlich zugunsten des Landesklootschießererbandes Ostfriesland aus.

Erfolgreichste Kreisverbände waren Wittmund (3/4/1), Esens (3/2/4) und Norden (3/1/3) vor Aurich (2/3/1).

Unverständlich war, dass es dem gastgebenden Landsverband nicht gelungen war, eine vollzählige Mannschaft in der Hauptklasse  und bei den Männern II zu stellen. Besonders hier wurden wichtige Meter verschenkt. Auch auf ostfriesischer Seite gab es kurzfristige Absagen, die aber noch vor Ort von den Verantwortlichen geschickt ersetzt werden konnten. Und somit wichtige Zähler gerettet werden konnten.

In den jüngsten Klassen der E-Mädchen ging die Goldmedaille mit exzellenten 29 Metern an Sarah Eiben aus Esens  vor den beiden Auricherinnen Julia Heiken und Maren Coordes. Ebenso deutlich war der Vorsprung von Bjarn Bohlken aus der Friesischen Wehde, dessen 29,40 Meter bei den Jungen  unübertroffen blieben. Hinter Felix Quathamer, Ammerland wurde Wilko Uphoff aus Norden bester Ostfriese auf Rang drei, Marcel Zimmering aus Norden auf Rang fünf fehlten nur 1,20m zu Bronze

Einen Doppelsieg gab es für die Esenser in der weiblichen D-Jugend zu bejubeln. Wiebke Erdmann steigerte ihre Bestleistung auf 35,45 Meter und holte den Titel  vor Anna-Lena Jacobs, dahinter Ann-Christin Eilts, Wittmund  auf Bronze.

Gegen den  starken Auftritt vom Butjenter Nachwuchstalent Jonas Schüler war kein Kraut gewachsen. Mit 12 Vorsprung holte er Gold vor Oliver Janssen aus Aurich und den Stadländer Erik Klockgether.

Nur eine Medaille  in der gesamten weiblichen Konkurrenz blieb den Oldenburger  Gastgebern.  Mit ausgezeichneten 50,55 Metern blieb die Ammerländerin C-Jugendliche Marie-Anna Dunkhase nur knapp einen Meter hinter dem FKV-Altersklassenrekord (51,40m) von Anke Klöpper aus dem Jahre 2004. Da die ebenfalls hoch gehandelten Ostfriesinnen Janina Meppen (7.) und Natascha Schwitters (4.) bei weitem nicht an ihr Leistungen der Vorwochen  anknüpfen konnten, nutzten Julia Allgeier aus Wittmund  und Lena Christians aus Norden die Gunst der Stunde und sprangen mit  ihr aufs Treppchen.

Bester Ostfriese der C-Jungen war Eike-Henning Peters aus Wittmund. Nur Nils Kabernagel hatte konnte noch ein Pfund mehr zulegen und ihn bezwingen. Die beiden  Norder  Tobias Djuren und Ricardo Esderts   konnten da nicht mithalten und landeten auf Platz 5 und 6.

Wieder einmal war es  die B-Jugendliche Luisa Friedrichs, die trotzt gesundheitlicher Beeinträchtigung in der Woche auf den Punkt  fit geworden war und mit starken 48,25 Metern glänzte, wie auch Nina Coordes mit 45,20 Metern, die dadurch den Auricher Doppelsieg perfekt machte.

Stefanie Schelm aus Esens gewann mit einem hauchdünnen Vorsprung von 5 cm die Bronzemedaille vor der unglücklichen Hannah Janssen aus Aurich. Das Norder Talent Imke Buss wurde mit 37,80m gute Siebte.

Wie erwartet stark präsentierte sich Oldenburgs EM-2012-Hoffnung Keno Vogts. Der Ammerländer überzeugte mit starken 73,40 Meter und deklassierte die ihm folgenden Medaillengewinner Daniel Hattermann, Friesische Wehde,  und Jabbo Gerdes aus Esens um mindestens 14 Metern.

Das ostfriesische A-Mädchen Erfolgstrio  mit Ann-Christin Peters, Wittmund, Anke Redelfs, Esens und Ulrike Tapken , Friedeburg  landete wie vorher gesagt souverän und in gewohnter Reihenfolge mit hervorragenden Weiten auf dem Siegerpodest.

Lauter Jubel im Lager der Ostfriesen auch beim Finale der A-Jungen. Hier machte Henning Eden aus Wittmund mit 74,10 Meter sein Meisterstück vor seinem Stadländer Dauerrivalen Manuel Runge, der mit 69,80m Vizemeister wurde und diesmal das Nachsehen hatte. Die Norder  Oliver Meyer (65,60m) und Carsten Ott (61,25m) und den Plätzen 6 und 7 durchaus zufrieden sein.

 

Spannend das Finale bei den Juniorinnen. Lediglich 25 cm trennten am Ende Gold, Silber und Bronze. Katrin Blum, Norden war mit 47,15m die glückliche Siegerin vor Silke Schonlau, Wittmund und Neele de Boer, ebenfalls Norden.

Roman Wübbenhorst aus Aurich  konnte mit 75,35 Metern an seinen starken Ergebnissen der letzten Zeit anknüpfen und den Juniorentitel vor dem Oldenburg-Duo Runge/Rüdebusch gewinnen.

Europameister Frank Goldenstein aus Esens konnte erfolgreich Revanche für die erlittene Niederlage bei den Deutschen Meisterschaften nehmen. Mit 4 Metern Vorsprung siegte er vor Thore Föllje und Deltlef Müller.

Einen Doppelerfolg aus Sicht des Kreisverbandes Norden feierten die Schwestern Maike de Vries und Anke Sjuts, die mit ansprechenden Höchstwürfen gemeinsam mit Tanja Meppen aus Esens die Frauenmedaillen unter sich ausmachten.

Mehrkampfmeister Hans-Jürgen Fleßner konnte auch im Flüchten überzeugen. Der Norder belegte bei den Männern über 45 Jahre  hinter den Oldenburgern Hans-Georg Bohlken und Bernd Tapkenhinrichs überraschend den dritten Platz.

Siegfried Wilberts düpierte seine Gegner in Männer III.  Topfit schleuderte er die Klootkugel auf über 71 Meter und erhielt verdient zu wiederholtem Male in seiner erfolgreichen Karriere die Goldmedaille des FKV.

Über diese freute sich in der Männerklasse IV über 65 Jahre auch das Wittmunder Urgestein Peter Menken, der mit einem Höchstwurf von 58,90m seinen langjährigen Widersacher Johann zu Horst aus dem Ammerland in Schacht halten konnte.

In dieser Altersklasse traten mit Gerd Wessels aus Esens und Herbert Braams aus der Friesischen Wehde auch die beide Ehren-Feldobmänner beider Landesverbände an. Über viele Jahre führten sie ihre Ländermannschaften durch  unzählige Feldschlachten und Vergleichskämpfe. Wessels hatte diesmal das bessere Ende für sich! Nächstes Jahrhaben sich die beiden  über 70 jährigen Haudegen zum nächsten Kräftemessen bei den FKV-Meisterschaften 2010, dann auf ostfriesischem Terrain, verabredet!